Heute gelesen: Tschüß, Betreuungsgeld

Und was kommt jetzt? Erst einmal haben eine Menge Familien weniger Geld in der Tasche. Und es herrscht eine Menge Verwirrung vor, dabei geht es bei der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts eigentlich nur um die Frage, wer über: Betreuungsgeld Ja oder Nein eigentlich entscheiden darf. Seit heute ist klar: Es ist Ländersache.

Die Juramama hat es in diesem Beitrag sehr anschaulich beschrieben: Das Betreuungsgeld ist vom Beckenrand gesprungen. Und das darf es nicht.

Wer den rund 460.000 Familien, die mit ins Wasser geplumpst sind, jetzt einen Rettungsring zuwirft, ist unklar. Politik ist ja nicht unbedingt für Schnelligkeit bekannt.

Lest hier die aktuelle Stimmen zur aktuellen Lage:

Der Spiegel berichtet über den Fortgang der Ereignisse.

Der focus beruhigt Eltern, dass es keine Rückforderungen des Betreuungsgeldes geben werde.

Und die Zeit legt dar, dass sich um die frei gewordenen Millionen schon gestritten wird.

Was sind die Argumente gegen das Betreuungsgeld?

Kinder aus Migrantenfamilien könnten den Kindergärten fern bleiben und durch mangelnde Deutschkenntnisse Schwierigkeiten im späteren Leben bekommen – Nun, liebe Bundesregierung, dass Integration nicht eure Stärke ist, überrascht jetzt nicht. Aber warum sollen alle Kinder diese Suppe jetzt auslöffeln? Lasst euch was einfallen, seid kreativ!

Für Kinder aus bildungsfernen Familien wird ähnlich Schlimmes vermutet – Ich lache kurz auf. Warum gibt es denn immer mehr „bildungsferne“ Familien? Könnte es daran liegen, dass zu wenig Geld in Bildung investiert wird und die Politik eine immer größere werdende, perspektivlose und prekär bezahlte Unterschicht in Kauf nimmt?

Das tradierte Rollenbild könnte weiter zementiert werden – Moment mal. Ihr meint also, wenn es euch bis 1977 gefallen hat, Frauen per Grundgesetz zum allein verantwortlichen Hausmütterchen zu erklären, wogegen wir Frauen jahrelang Sturm liefen, und euch jetzt einfällt, ihr braucht uns gerade auf dem Arbeitsmarkt (für all die schicken, prekären Mini- und Teilzeitjobs), dann sollen wir schon wieder machen, was ihr sagt, dann sage ich euch: Nein.

Erziehungsarbeit ist immer Arbeit, und nichts spricht dagegen, sie wertzuschätzen und zu vergüten. Noch tragen wir Eltern die Verantwortung für unsere Kinder, und uns steht eine freie Wahl zu. Und sich dafür zu entscheiden, eine gewisse Zeit bei seinem Kind bleiben zu wollen, hat nichts damit zu tun, irgendwie old-fashioned zu sein. Es ist einfach ganz natürlich.

Sicher, es gibt eine Menge Frauen, die wollen so schnell wie möglich in den Beruf zurück. Aber nicht, weil sie sich mit ihren Kindern langweilen, sondern weil der Druck so immens hoch ist, und man blitzschnell den Anschluss verliert. Hier sind die Arbeitgeber in der Pflicht, nicht schon wieder! wir Mütter, wir Eltern.

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1 Kommentar

  1. Die Meinungen zum Betreuungsgeld gingen ja schon von Anfang an in die unterschiedlichsten Richtungen. Jetzt wo das Verfassungsgericht das ganze als verfassungswidrig erklärt hat, bleibt abzuwarten, wie sich das ganze Thema in Zukunft entwickeln wird. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass hier eindeutig mehr für die Familien getan werden muss.

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